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Elektroniker/innen für Automatisierungstechnik richten hochkomplexe, rechnergesteuerte Anlagen ein, z.B. Produktionsautomaten und Fertigungsstraßen, Verkehrsleitsysteme oder Anlagen der Verfahrenstechnik. Sie sorgen dafür, dass die jeweiligen Einzelkomponenten schließlich ein automatisch arbeitendes Gesamtsystem bilden, programmieren und testen die Anlagen, nehmen sie in Betrieb und halten sie instand. Mit Hilfe von Testsoftware und Diagnosesystemen kreisen sie Störungen ein und analysieren sie. Elektroniker/innen für Automatisierungstechnik arbeiten in Unternehmen, die Automatisierungslösungen entwickeln und herstellen oder einsetzen. Vor allem Unternehmen der Elektroindustrie oder des Maschinenbaus kommen in Betracht. Arbeitsplätze gibt es jedoch auch z.B. in der Automobilindustrie, der chemischen Industrie, in Kunststoff verarbeitenden Betrieben und zahlreichen anderen Anwenderbranchen. Automatisierungsanlagen montieren sie in den Werkhallen des Herstellerbetriebes oder warten sie in den Produktionshallen des Unternehmens, das sie einsetzt. Steuerungsdaten geben sie direkt an den Maschinen ein. Programme für die Maschinensteuerung schreiben sie an Computerarbeitsplätzen. Im Kundendienst oder bei der Montage automatisierter Anlagen haben sie an wechselnden Arbeitsorten zu tun, beim Kunden im Betrieb oder auch einmal im Freien, wenn z.B. ein Verkehrsleitsystem zu warten oder zu reparieren ist. Nach der Ausbildung arbeiten Elektroniker/innen für Automatisierungstechnik in Industriebetrieben, die Automatisierungslösungen z.B. für die Fertigungs- und Produktionsautomation, die Gebäudeautomation oder für Verkehrsleitsysteme herstellen. Beschäftigungsmöglichkeiten finden sie auch in Betrieben, die Automatisierungssysteme einsetzen. Die Beschäftigten werden sich in der Regel spezialisieren und z.B. Aufgaben in der Entwicklung, der Installation und Inbetriebnahme oder der Wartung und Instandhaltung von Automatisierungssystemen übernehmen. Elektroniker/innen für Automatisierungstechnik (Industrie) arbeiten z.B. in kleineren Industriebetrieben von Montag bis Freitag tagsüber. Sind sie in der betrieblichen Instandhaltung im produzierenden Gewerbe eingesetzt, können sich ihre Arbeitszeiten nach den dortigen Maschinenlaufzeiten richten und es werden Schichtarbeit, Wochenend- oder Bereitschaftsdienste verlangt. Um Produktionsausfälle durch Maschinendefekte gering zu halten, setzen Elektroniker/innen für Automatisierungstechnik Anlagen umgehend wieder in Gang - der Feierabend verschiebt sich dann möglicherweise durch Überstunden. Wenn in einer weitgehend automatisierten Fertigung beim Kunden ein elektronisches Bauteil, etwa ein Sensor ausfällt, kann die ganze Anlage stillstehen. In möglichst kurzer Zeit finden Elektroniker/innen der Fachrichtung Automatisierungstechnik (Industrie) das defekte Bauteil und tauschen es aus, gleichgültig ob es versteckt am Boden oder drei Meter darüber angebracht und nur mit der Leiter zu erreichen ist. Zur Fehlersuche zerlegen sie nicht die ganze Anlage, sondern gehen gezielt und systematisch vor. Sie setzen Diagnosesoftware, Test- und Prüfprogramme ein, mit der sie den Fehler lokalisieren oder zumindest eingrenzen. Nicht immer ist die Ursache für den Stillstand klar, dann wächst der Druck bei der Fehlersuche. Ist der Fehler beseitigt, weisen sie die Anwender wieder in die Anlage ein, denn es ist nicht ungewöhnlich, dass Fehlbedienungen die eigentliche Ursache für den Stillstand waren. Können sie solche Aufgaben auf sich selbst gestellt lösen, werden andere, wie zum Beispiel die Installation eines neuen Systems, in der Regel im Team bewältigt. Grundlage dafür sind Montage- und Schaltpläne, Bedienungsanleitungen, Hard- und Softwarebeschreibungen, die oft in technischem Englisch geschrieben sind. Einschlägige Sicherheitsvorschriften gehören ebenfalls dazu. Bei der Installation arbeiten sie mit ihren Handwerkzeugen meist im Stehen, auch über Kopf oder in gebückter Haltung. Ist die Anlage geprüft und in Betrieb genommen, wird sie dem Kunden übergeben. Auch wenn sie tagsüber an Werktagen arbeiten, können doch Überstunden anfallen, wenn sich beispielsweise durch unvorhersehbare Ereignisse die Fertigstellung einer Anlage verzögert, aber ein Endtermin eingehalten werden muss. In der Überwachung sicherheitsrelevanter Anlagen dagegen, wie z.B. in der Stromversorgung, in Wasser- und Kläranlagen, wird in den Leitwarten rund um die Uhr in Schichten gearbeitet. Auch bei Rufbereitschaft kann ein Notfall zu jeder Zeit den Einsatz erfordern. Teilweise beschränkt sich ihr räumliches Arbeitsgebiet nicht nur auf einen Betrieb oder die nähere Umgebung, ihr Beruf führt sie auf Montage ins gesamte Bundesgebiet und auch ins Ausland. Sie installieren und warten Anlagen der Produktions- und Fertigungsautomation, der Verfahrens-, Prozess- und Netzautomation sowie Verkehrsleitsysteme und gebäudetechnische Anlagen. Bei ihrer Tätigkeit haben sie mit Sensoren, Aktoren (z.B. Pumpen, Schalter), Feldbussystemen, speicherprogrammierbaren Steuerungen und mess-, steuerungs- und regelungstechnischen Geräten zu tun. Zum Herstellen elektrischer Anschlüsse benutzen sie Zangen und Schraubendreher. Sie installieren Software, erstellen Messprotokolle und arbeiten nach technischen Unterlagen wie Schaltplänen, Betriebsanleitungen und (teilweise englischsprachigen) Herstellerunterlagen. Dabei sind sie auch an Computerarbeitsplätzen und an Leitständen tätig. Zur Prüfung der Funktion von Bauteilen und Anlagenkomponenten setzen sie verschiedene Prüf- und Messgeräte sowie Diagnosesoftware ein. Elektroniker/innen für Automatisierungstechnik üben ihre Tätigkeiten unter Beachtung der einschlägigen Vorschriften und Sicherheitsbestimmungen aus. Elektroniker/innen für Automatisierungstechnik arbeiten teilweise allein, aber auch gemeinsam mit Berufskollegen. Bei der Montage arbeiten sie häufig mit anderen elektro- und maschinenbautechnischen Fachkräften zusammen. Sie erhalten Anweisungen von Industriemeistern, Ingenieuren, technischen Leitern und Betriebsinhabern. Im Service und bei der Montage stehen sie in direktem Kontakt mit Anlagennutzern bzw. Kunden, wenn sie diese in die Bedienung einweisen. Mit dem erfolgreichen Abschluss der Berufsausbildung ist die berufliche Bildung für Elektroniker/innen für Automatisierungstechnik nicht beendet. Sie müssen stets über technische Neuerungen z.B. von Anlagen und Automatisierungssystemen oder neue Einsatzmöglichkeiten der Automatisierungstechnik informiert sein. Dazu steht ihnen eine Vielzahl von Weiterbildungsmöglichkeiten offen. Mit Seminaren oder Lehrgängen zu Themen wie Automatisierungstechnik, Prozessautomatisierungstechnik, SPS-Technik, Mikrocomputer und Mikroprozessortechnik, Mess-, Steuerungs-, Regelungstechnik, Sensortechnik oder auch Qualitätstechnik in Elektrotechnik/Elektronik können sie ihre Kenntnisse immer auf dem Laufenden halten. Weiterbildung kann auch der Schlüssel zum Aufstieg in leitende Funktionen sein. So können Elektroniker/innen für Automatisierungstechnik z.B. die Prüfung als Industriemeister/in - Elektrotechnik ablegen oder eine Fortbildung als Elektrotechniker/in mit Schwerpunkt Automatisierungstechnik oder Prozessleittechnik/Mess- und Regeltechnik absolvieren. Elektroniker/in für Automatisierungstechnik ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG). Der Monoberuf wird ohne Spezialisierung nach Fachrichtungen oder Schwerpunkten in der Industrie ausgebildet. Es findet eine Vertiefung in einem vom Ausbildungsbetrieb festgelegten Einsatzgebiet statt. Die Ausbildungsdauer beträgt 3 1/2 Jahre.
Zugang Grundsätzlich wird - wie bei allen anerkannten, nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung geregelten Ausbildungsberufen - keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung rechtlich vorgeschrieben. Die Betriebe stellen überwiegend angehende Elektroniker/innen für Automatisierungstechnik mit einem mittleren Bildungsabschluss ein. Über ein Siebtel der Ausbildungsanfänger/innen besitzt die Hochschulreife.
Vergütung Die Berufsausbildung im Ausbildungsberuf Elektroniker/in für Automatisierungstechnik erfolgt im Ausbildungsbereich von Industrie und Handel. Die Auszubildenden erhalten eine monatliche Vergütung, die auch tarifvertraglich geregelt sein kann. Ausbildung und Ausbildungsmittel sind für die Auszubildenden kostenfrei. Kosten bzw. Kostenbeiträge können jedoch bei Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte und für Lernmittel entstehen. Nach § 59 des Sozialgesetzbuches wird die Berufsausbildung unter bestimmten Voraussetzungen mit Berufsausbildungsbeihilfe gefördert: Auszubildende erhalten eine monatliche Ausbildungsvergütung, deren Höhe meist tarifvertraglich festgelegt wird. Die durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung pro Monat in Euro betrug im Jahr 2005 für diesen Ausbildungsberuf in den einzelnen Ausbildungsjahren: Bereich Industrie und Handel Alte Bundesländer: 1. Ausbildungsjahr: € 678 2. Ausbildungsjahr: € 721 3. Ausbildungsjahr: € 781 4. Ausbildungsjahr: € 834 Neue Bundesländer: 1. Ausbildungsjahr: € 650 2. Ausbildungsjahr: € 696 3. Ausbildungsjahr: € 751 4. Ausbildungsjahr: € 792
Quelle: Datenbank Ausbildungsvergütungen (DAV) des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB). Die Daten der DAV resultieren aus regelmäßigen Auswertungen und Analysen der tariflichen Ausbildungsvergütungen durch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB). Sie werden jedes Jahr veröffentlicht.
Text-Quelle: www.berufenet.de
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