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Berufsprofil: Elektroniker/in für Betriebstechnik

Einstieg: Worum geht es?

Elektroniker/innen für Betriebstechnik installieren, warten und reparieren elektrische Betriebs-, Produktions- und Verfahrensanlagen, von Schalt- und Steueranlagen über Anlagen der Energieversorgung bis zu Einrichtungen der Kommunikations- und Beleuchtungstechnik.

Wo arbeitet man, wo wird man eingesetzt?

Wenn in einer Produktionsanlage eine Störung auftritt, begeben sich Elektroniker/innen für Betriebstechnik auf die Suche nach dem Fehler. Hier ist manchmal 'detektivischer' Spürsinn erforderlich. Sie lesen die - oft nur in englischer Sprache vorliegenden - Herstellerangaben, führen Prüfungen und Messungen durch, ergreifen Sofortmaßnahmen, ermitteln und analysieren die Ursachen und beseitigen die Störung.

Bei der Reparatur sind sie zwar meist allein tätig, jedoch sprechen sie sich stets mit Kollegen bzw. Mitarbeitern des jeweiligen Betriebs ab. Da Ausfälle von Betriebsanlagen hohe Kosten verursachen können, sorgen Elektroniker/innen für Betriebstechnik durch regelmäßige Wartungsarbeiten für die Minimierung von Stillstandszeiten. Dabei prüfen sie auch die elektrischen Schutzmaßnahmen und Sicherheitseinrichtungen. Sie beraten den Auftraggeber, machen ihn ggf. auf neue Techniken und Verbesserungsmöglichkeiten einer bestehenden Anlage aufmerksam und geben Auskunft über die zu erwartenden Kosten. Sie entwerfen nach Absprache etwaige Umbauten, lesen und zeichnen Schaltpläne, berechnen die Menge und die erforderlichen elektrischen Werte der Bauteile, prüfen deren Verfügbarkeit und bestellen sie. Die Arbeitszeiten und das verbrauchte Material halten sie für die spätere Abrechnung fest. Sie dokumentieren ihre Tätigkeit z.B. in Prüfprotokollen in Kundenkarteien. Wenn sie zu einer Reparatur gerufen werden, müssen Elektroniker/innen für Betriebstechnik ggf. mit längeren oder nächtlichen Arbeitszeiten rechnen, da die Weiterproduktion Vorrang hat.

Und wann?

Die Ausbildung in den Betrieben erfolgt tagsüber, zu üblichen Wochentags-Arbeitszeiten.

Die Berufsschule wird entweder an 2 Tagen der Woche während der üblichen Unterrichtszeiten besucht (Teilzeitform) oder mehrere Wochen lang ganztags, zum Beispiel 30 Stunden je Woche (Blockform).

Viele Betriebe arbeiten im Schichtbetrieb. Auszubildende unter 18 Jahren werden vom Schichtdienst noch verschont. Insbesondere nach der Ausbildung kann es vorkommen, dass man zu Spätschichten eingeteilt wird. Auch auf Überstunden, unregelmäßige Arbeitszeiten sowie Sonn- und Feiertagsarbeit muss man sich einstellen, zum Beispiel, wenn Fertigstellungstermine eingehalten oder aufgetretene Schäden kurzfristig behoben werden müssen. Auszubildende über 18 Jahren sind an die Abläufe und Arbeitszeiten des jeweiligen Betriebs gebunden.

Wie wird hier gearbeitet, was macht man alles?

Elektronikern und Elektronikerinnen für Betriebstechnik bieten sich vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten: bei Herstellern von Prozesssteuerungseinrichtungen, Elektroinstallationsbetrieben, Energieversorgern oder produzierenden Betrieben unterschiedlicher Branchen. Sie installieren die elektrischen Komponenten von Anlagen aller Art und beheben Fehler. Hierzu werden sie größtenteils in Gebäuden, z.B. Produktionshallen, Bürogebäuden oder Krankenhäusern, tätig, teilweise aber auch im Freien, wenn sie etwa Starkstromleitungen wie Überlandkabel oder die Bahnstromversorgung warten. Insbesondere beim Beheben von Störungen stehen sie unter Zeitdruck: Der Ausfall von Produktionsmaschinen kostet viel Geld, und niemand möchte zu Hause wegen eines Kurzschlusses im Transformatorenhäuschen lange im Dunkeln sitzen.

Elektroniker/innen für Betriebstechnik arbeiten eigenständig, nach Unterlagen wie Schaltplänen oder einschlägigen Elektro-Normen, je nach Aufgabe alleine oder im Team. Sicherheit steht in ihrem Beruf an vorderster Stelle: Teilweise werden sie an Starkstrom führenden Anlagen tätig. Sie tragen eine hohe Verantwortung für die Sicherheit anderer und schützen sich selbst durch geeignete Arbeitsgeräte sowie Schutzkleidung.

Mal kontrollieren sie im Stehen eine Elektroanlage, mal installieren sie in der Hocke Leitungen, mal montieren sie Einzelteile im Sitzen zu einem Anlagenteil. Auch auf Leitern oder Gerüste steigen sie bei ihrer Arbeit, wenn sich elektrische Komponenten nicht in Bodennähe befinden. Als Service- oder Montagekraft sind sie viel unterwegs - in Deutschland und ggf. auch in Europa und Übersee. Ihr Feierabend kommt nicht immer nach Plan: Die sofortige Beseitigung einer Störung hat oftmals Vorrang vor einem pünktlichen Arbeitsende. Wenn sie Schicht arbeiten, können sie aber davon ausgehen, pünktlich abgelöst zu werden.

Womit arbeitet man?

Elektroniker/innen für Betriebstechnik installieren und warten elektrotechnische Anlagen: z.B. Stromnetze, Elektromotoren, Transformatoren, Steuerungsanlagen oder Produktionsanlagen der verschiedensten Branchen. Aufbauend auf Installations- oder Schaltplänen verbinden sie Leitungen und Schaltgeräte. Mit Werkzeugen, z.B. Elektronikzangen, Schraubendrehern oder Lötkolben stellen sie elektrisch leitende Verbindungen her. Installationen überprüfen sie, indem sie Messgeräte wie Spannungsprüfer oder Widerstandsmessgeräte mitsamt dem notwendigen Zubehör, beispielsweise Stecker oder Adapter, einsetzen. An Starkstromleitungen oder bei der Arbeit im öffentlichen Verkehrsraum gehört Sicherheitsausrüstung stets zu ihren Arbeitsmitteln. Z.B. tragen sie Sicherheitsschuhe, damit sie beim versehentlichen Berühren Strom führender Teile nicht zu Schaden kommen. Sie hängen Erdungsstangen an die Oberleitungen von Bahnstrecken oder sichern Baustellen im Straßenbereich mit Warnschildern, Warnbändern und ggf. sogar Ampelanlagen ab. Als Servicekraft im Außendienst legen sie teilweise weite Strecken mit dem Firmenfahrzeug zurück und dokumentieren erbrachte Leistungen mit dem Computer.

Und mit wem?

Elektroniker/innen für Betriebstechnik arbeiten teilweise allein, aber auch gemeinsam mit Berufskollegen. Bei der Montage arbeiten sie häufig mit anderen elektro- und maschinenbautechnischen Fachkräften zusammen. Sie erhalten Anweisungen von Industriemeistern, Ingenieuren, technischen Leitern und Betriebsinhabern. Im Service und bei der Montage stehen sie in direktem Kontakt mit Anlagennutzern bzw. Kunden, wenn sie diese in die Bedienung einweisen.

Zukunft: Was kommt später?

Die Mikroelektronik, die Informations- und besonders die Kommunikationstechnik erlangen auch in der elektrischen Betriebstechnik zunehmende Bedeutung, z.B. in den Bereichen Energienetze, Energieverteilungsanlagen, Produktionsanlagen sowie Schalt- und Steuereinrichtungen. Um mit der technologischen Entwicklung Schritt halten zu können, müssen Elektroniker und Elektronikerinnen in der Betriebstechnik bereit sein, sich ständig weiterzubilden.

Mit Lehrgängen und Seminaren zu Themen wie (Prozess-)Elektroinstallationstechnik, elektrische Energieanlagen, Hoch-, Niederspannungstechnik, elektrische Energietechnik, Lichttechnik, elektrische Messtechnik oder auch Qualitätstechnik in der Elektrotechnik können sie ihre Kenntnisse stets aktuell halten.

Bestimmte Weiterbildungsmöglichkeiten können auch den Weg zu einem beruflichen Aufstieg ebnen. Hier bieten sich z.B. folgende aufstiegsorientierte Weiterbildungsmöglichkeiten an:

Wer über die erforderliche Hochschulzugangsberechtigung verfügt, kann auch ein Hochschulstudium anstreben. Für Elektroniker und Elektronikerinnen in der Betriebstechnik kommen z.B. folgende Studiengänge in Betracht:

Zur Ausbildung

Elektroniker/in für Betriebstechnik ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG).

Der Monoberuf wird ohne Spezialisierung nach Fachrichtungen oder Schwerpunkten in der Industrie ausgebildet. Es findet eine Vertiefung in einem vom Ausbildungsbetrieb festgelegten Einsatzgebiet statt.

Die Ausbildungsdauer beträgt 3 ½ Jahre.

Zugang:
Grundsätzlich wird - wie bei allen anerkannten, nach dem Berufsbildungsgesetz geregelten Ausbildungsberufen - keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung rechtlich vorgeschrieben.
Finanzielle Aspekte:
Die Berufsausbildung im Ausbildungsberuf Elektroniker/in für Betriebstechnik erfolgt im Ausbildungsbereich von Industrie und Handel. Die Auszubildenden erhalten eine monatliche Vergütung, die auch tarifvertraglich geregelt sein kann.
Ausbildung und Ausbildungsmittel sind für die Auszubildenden kostenfrei. Kosten bzw. Kostenbeiträge können jedoch bei Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte und für Lernmittel entstehen.

Nach § 59 des Sozialgesetzbuches wird die Berufsausbildung unter bestimmten Voraussetzungen mit Berufsausbildungsbeihilfe gefördert: Informationen der Bundesagentur für Arbeit zur Berufsausbildungsbeihilfe
Ausbildungsvergütung:
Auszubildende erhalten eine monatliche Ausbildungsvergütung, deren Höhe meist tarifvertraglich festgelegt wird.
Die durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung pro Monat in Euro betrug im Jahr 2005 für diesen Ausbildungsberuf in den einzelnen Ausbildungsjahren:
Bereich Industrie und Handel alte Bundesländer:
1. Ausbildungsjahr: € 677
2. Ausbildungsjahr: € 719
3. Ausbildungsjahr: € 777
4. Ausbildungsjahr: € 830
Neue Bundesländer:
1. Ausbildungsjahr: € 623
2. Ausbildungsjahr: € 667
3. Ausbildungsjahr: € 720
4. Ausbildungsjahr: € 763

 

Quelle: Datenbank Ausbildungsvergütungen (DAV) des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB). Die Daten der DAV resultieren aus regelmäßigen Auswertungen und Analysen der tariflichen Ausbildungsvergütungen durch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB). Sie werden jedes Jahr veröffentlicht.

 

Text-Quelle: www.berufenet.de

 

 

 

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