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Feinwerkmechaniker/innen stellen Maschinen, Geräte, Systeme und Anlagen, Produkte der Stanz-, Schnitt- und Umformtechnik sowie der Vorrichtungs- und Formenbautechnik her, warten sie oder setzen sie instand. Feinwerkmechaniker/innen arbeiten vor allem im Maschinen- und Werkzeugbau sowie bei Herstellern feinmechanischer und elektrischer Messinstrumente. Beschäftigungsmöglichkeiten bieten ferner Wartungsabteilungen von Unternehmen, die in der Produktion Maschinen einsetzen, sowie Reparaturdienste z.B. für Nähmaschinen.
In Werkstätten oder Werkhallen fertigen sie Einzelkomponenten an und fügen sie zu größeren Einheiten zusammen. Prüfungen an Werkstücken führen sie im Messlabor durch, wobei sie ggf. Messprotokolle an einem separaten Computerarbeitsplatz auswerten. Manchmal sind sie auch direkt beim Kunden tätig und montieren dort z.B. eine Verpackungsmaschine aus den vorgefertigten Bauteilen. Bisweilen führen sie ihre Montageeinsätze auch ins Ausland. Im Handwerk arbeiten Feinwerkmechaniker/innen meist montags bis freitags tagsüber, in Industriebetrieben auch im Schichtbetrieb (Früh- oder Spätschicht). Hier wie dort leisten sie bei Auftragsspitzen Überstunden oder arbeiten auch einmal am Samstag in der Firma. Feinwerkmechaniker/innen stellen feinwerktechnische Produkte her, sei es eine Laborwaage mit einer Anzeige bis zu einem tausendstel Milligramm, ein Präzisionswerkzeug für die Metallbearbeitung oder eine Verpackungsmaschine für Süßigkeiten. Dabei müssen sie immer sehr präzise arbeiten. Eine Bohrung, die nur Bruchteile von einem Millimeter vom Sollpunkt entfernt gesetzt wird, kann ein Werkstück unbrauchbar machen. Deshalb beachten sie die Konstruktionsvorgaben sehr genau, messen immer wieder nach oder bedienen exakt arbeitende CNC-Maschinen.
Metallbearbeitungsmaschinen ersetzen in vielen Bereichen Handarbeit, Hebezeuge erleichtern den Transport schwerer Maschinenteile. Dennoch gibt es für Feinwerkmechaniker/innen auch körperlich anstrengende Arbeiten. Für eine Maschinenwartung müssen sie festgefressene Muttern lösen, in der Fertigung größere Werkstücke einzeln in eine Fräsmaschine einlegen. Auch der dauernde Umgang mit Schmiermitteln behagt nicht jedem, ist jedoch in der Metalltechnik unvermeidbar.
Wo Metall bearbeitet wird, da fallen Späne - und das nicht immer leise! Wenn Metall geschliffen, gesägt oder gebohrt wird, kann es in der Werkhalle auch einmal unangenehm laut werden. Dann greifen Feinwerkmechaniker/innen zum Gehörschutz. Auch vor Metallspänen müssen sie sich in Acht nehmen, können diese doch sehr scharf sein und sich tief in die Haut bohren. Sicherheitsschuhe und Handschuhe bieten Schutz, entbinden aber nicht von der nötigen Pflicht zu Vorsicht. Die ist beim Umgang mit Maschinen und Anlagen der Metalltechnik stets erforderlich. Insbesondere wenn Feinwerkmechaniker/innen Maschinen warten, müssen sie die Unfallverhütungsvorschriften einhalten.
Ihr Arbeitsleben spielt sich nicht nur in den Werkhallen ihres Arbeitgebers ab. Teilweise befinden sich Kundenbetriebe in allen Teilen Deutschlands und auch im Ausland. Sperrige Maschinen gelangen in Einzelteilen zum Kunden und werden erst dort von Feinwerkmechanikern und Feinwerkmechanikerinnen des Herstellerbetriebes zusammengesetzt. Feinwerkmechaniker/innen stellen je nach gewähltem Schwerpunkt unterschiedliche Erzeugnisse her. Im Schwerpunkt Maschinenbau stehen etwa ganze Maschinen und Anlagen im Vordergrund, im Werkzeugbau hingegen Werkzeuge für die maschinelle Metallbearbeitung sowie Gießformen und in der Feinmechanik schließlich kleinere, hochpräzise Geräte oder Messinstrumente. Für diese Produkte verwenden sie überwiegend Metallwerkstoffe, aber auch moderne, hoch belastbare Kunststoffe oder Verbundwerkstoffe kommen zum Einsatz. Mit zum Teil computergesteuerten Werkzeugmaschinen wie Fräsen oder Drehbänken, aber auch Handwerkszeugen wie Sägen oder Feilen bearbeiten sie ihr Werkstück. Schraubverbindungen stellen sie z.B. mit herkömmlichen Gabelschlüsseln oder Drehmomentschlüsseln her.
Grundlage ihrer Tätigkeiten sind Konstruktionszeichnungen oder - bei der Reparatur - Instandhaltungspläne. Nach der Arbeit überprüfen sie mithilfe von Mess- und Prüfgeräten, ob die vorgegebenen Größen oder elektrischen Werte aus diesen Unterlagen eingehalten werden. Auch um die Betriebsmittel ihrer Produkte kümmern sie sich, füllen Kühl- und Schmierstoffe nach, oder bessern mit Lacken schadhafte Anstriche aus. Um sich vor Gesundheitsschäden und Unfallgefahren zu schützen, tragen sie Arbeitskleidung, z.B. Sicherheitsschuhe, die das Eindringen von Metallspänen in den Schuh verhindern, oder Schutzbrillen gegen Funkenflug an Schleifmaschinen. Wenn Feinwerkmechaniker/innen an Maschinen einzelne Bauteile fertigen oder Messungen im Betriebslabor durchführen, sind sie alleine tätig. Andere Aufgaben erfordern jedoch die Mithilfe von Kollegen aus dem gleichen Beruf oder anderen Metallberufen, etwa der Zusammenbau eines großen Maschinenteils. Zudem arbeiten häufig, gerade im Großmaschinenbau, mehrere Fachkräfte gleichzeitig an einem Auftrag: Hierbei stimmen sich Feinwerkmechaniker/innen untereinander ab, wobei ein Meister oder Techniker die Gesamtarbeiten koordiniert. Bei der Montage von Anlagen im Anwenderbetrieb arbeiten sie außerdem mit dem Kunden selbst bzw. dessen Mitarbeitern zusammen und weisen diese in die Bedienung ein. Nach der Ausbildung können Feinwerkmechaniker/innen in Betrieben der Feinmechanik, des Werkzeug-, Formen- und Maschinenbaus sowie in der elektrotechnischen Industrie arbeiten. Möglicherweise spezialisieren sie sich auf Aufgabenbereiche wie die Herstellung von Maschinen, Geräten und Anlagen der Feinmechanik. Oder sie führen Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten aus, befassen sich mit der Werkzeugherstellung oder dem technischen Kundendienst.
Mit dem erfolgreichen Abschluss der Berufsausbildung ist die berufliche Bildung für Feinwerkmechaniker/innen jedoch nicht beendet. Um den jeweiligen Anforderungen des Arbeitsalltags gerecht zu werden, ist es notwendig, immer über aktuelle Qualifikationen zu verfügen sowie Neuerungen zu kennen und anzuwenden. Beispielsweise werden in der Feinwerkmechanik heutzutage fast ausschließlich computergestützte Produktionsanlagen eingesetzt. Auch spielt die Elektronik in der Feinwerktechnik eine immer stärkere Rolle. Außerdem wachsen die Anforderungen an Qualität und Präzision der Produkte. Die Berufstätigen müssen daher ihre Qualifikationen ständig erweitern und an den neuesten Stand der Technik anpassen. Dabei bieten sich Seminare an zu Themen wie Feinwerktechnik, Elektronik, SPS-Technik oder Qualitätsmanagement, -sicherung und -kontrolle.
Nach einigen Jahren Berufspraxis können Feinwerkmechaniker/innen die Prüfung als Feinwerkmechanikermeister/in ablegen oder eine Fortbildung als Techniker/in der Fachrichtung Feinwerktechnik absolvieren. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit ist möglich, z.B. durch Gründung, Übernahme oder als Teilhaber/in eines Betriebs im Feinwerkmechanikerhandwerk. Hierfür ist in diesem zulassungspflichtigen Handwerk eine Eintragung in die Handwerksrolle erforderlich. Voraussetzung ist entweder eine erfolgreich absolvierte Meisterprüfung, ein entsprechender Abschluss einer Hochschule oder einer Fachschule für Technik, eine Ausübungsberechtigung oder eine Ausnahmebewilligung. Künftige Betriebsinhaber/innen oder deren angestellte Betriebsleiter/innen müssen eine der genannten Voraussetzungen erfüllen.
Für Personen mit einer Hochschulzugangsberechtigung ist z.B. ein Studium der Feinwerk- und Mikrotechnik denkbar. Feinwerkmechaniker/in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach der Handwerksordnung (HwO).
Der Beruf wird im Handwerk mit folgenden Schwerpunkten ausgebildet: Maschinenbau Feinmechanik Werkzeugbau
Die Ausbildung erfolgt in der Regel im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule .
Eine schulische Ausbildung wird ebenfalls angeboten.
Die Ausbildung dauert 3 1/2 Jahre.
Grundsätzlich wird - wie bei allen anerkannten, nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung geregelten Ausbildungsberufen - keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung vorgeschrieben.
Die Berufsausbildung im Ausbildungsberuf Feinwerkmechaniker/in erfolgt im Ausbildungsbereich Handwerk. Die Auszubildenden erhalten eine monatliche Vergütung, die auch tarifvertraglich geregelt sein kann.
Ausbildung und Ausbildungsmittel sind für die Auszubildenden kostenfrei. Kosten bzw. Kostenbeiträge können jedoch bei Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte und für Lernmittel entstehen.
Nach § 59 des Sozialgesetzbuches wird die Berufsausbildung unter bestimmten Voraussetzungen mit Berufsausbildungsbeihilfe gefördert: Informationen der Bundesagentur für Arbeit zur Berufsausbildungsbeihilfe
Die Betriebe stellen zu annähernd gleichen Teilen angehende Feinwerkmechaniker/innen mit Hauptschulabschluss bzw. einem mittleren Bildungsabschluss ein.
Eine Starthilfe zum Ausbildungszugang bietet Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz das Sonderprogramm zur Einstiegsqualifizierung (EQJ). Informationen zur Einstiegsqualifizierung "Metall - Bauteileherstellung" finden Sie unter:
Einstiegsqualifizierung
Auszubildende erhalten eine monatliche Ausbildungsvergütung, deren Höhe meist tarifvertraglich festgelegt wird.
Die durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung pro Monat in Euro betrug im Jahr 2005 für diesen Ausbildungsberuf in den einzelnen Ausbildungsjahren:
Bereich Handwerk/ Alte Bundesländer:
1. Ausbildungsjahr: € 453
2. Ausbildungsjahr: € 495
3. Ausbildungsjahr: € 558
4. Ausbildungsjahr: € 611
Neue Bundesländer:
1. Ausbildungsjahr: € 329
2. Ausbildungsjahr: € 376
3. Ausbildungsjahr: € 421
4. Ausbildungsjahr: € 466
Quelle: Datenbank Ausbildungsvergütungen (DAV) des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB). Die Daten der DAV resultieren aus regelmäßigen Auswertungen und Analysen der tariflichen Ausbildungsvergütungen durch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB). Sie werden jedes Jahr veröffentlicht.
Text-Quelle: www.berufenet.de
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