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Fertigungsmechaniker/in

Worum geht es?

Fertigungsmechaniker/innen montieren Einzelteile oder Baugruppen zu industriellen Serienerzeugnissen: von Küchengeräten über Kraftfahrzeugkomponenten bis hin zu Maschinen und ganzen Anlagen.

Wo arbeitet man, wo wird man eingesetzt?

Fertigungsmechaniker/innen arbeiten in der industriellen Serienfertigung der verschiedensten Branchen - überall dort, wo Bauteile zu größeren Einheiten oder fertigen Produkten zusammengefügt werden. Arbeitgeber sind beispielsweise der Maschinenbau, die Haushaltsgeräteindustrie sowie Hersteller medizintechnischer Geräte. Auch der Fahrzeugbau bietet ihnen Beschäftigungsmöglichkeiten.

Der maschinelle oder manuelle Zusammenbau der Bauteile findet in der Regel in Fertigungs- und Montagehallen statt. Fertig montierte Erzeugnisse testen sie an der Prüfstation oder an Messplätzen. Für kleinere Bauserien oder Einzelanfertigungen besorgen sich Fertigungsmechaniker/innen die benötigten Materialien im Lager.

Und wann?

Fertigungsmechaniker/innen arbeiten zu den Produktionszeiten ihres Betriebes. Im kleinen Spezialmaschinenbaubetrieb kann das z.B. Arbeitszeiten montags bis freitags tagsüber bedeuten, während im Autowerk die Bänder rund um die Uhr laufen, auch am Samstag. Stehen dringende, termingebundene Aufträge an, leisten Fertigungsmechaniker/innen auch Überstunden.

Wie wird hier gearbeitet, was macht man alles?

Fertigungsmechaniker/innen arbeiten meist in Produktionsräumen der Industrie, in denen sie anhand von technischen Zeichnungen Bauteile oder ganze Geräte, Maschinen oder Anlagen zusammensetzen. Viele ihrer Arbeiten führen sie eigenständig aus. Sie überwachen auch vollautomatische Produktionsanlagen oder bedienen Werkzeugmaschinen. Leise geht es dabei nicht unbedingt zu, und gelegentlich steigt einem auch der feine Staub geschliffenen Metalls oder der Geruch von Lösungsmitteln in die Nase.

Die teils großformatigen Werkstücke müssen von Produktionsstufe zu Produktionsstufe transportiert werden. Transportbänder und Brückenkräne erleichtern ihnen die Arbeit, aber dennoch ist gelegentlich Muskelkraft gefragt. Langes Stehen am Arbeitsplatz kann ebenfalls anstrengend sein. Für die sich oft wiederholenden Montagetätigkeiten in der Serienfertigung ist Ausdauer nötig.

Wechselschichten, Nacht- und Wochenenddienste sind für Fertigungsmechaniker/innen keine Seltenheit. Doch egal ob die Uhr zwei Uhr mittags oder nachts zeigt, darf ihre Konzentration nie nachlassen. Mit einer falsch gesetzten Bohrung in ein Werkstück kann das gesamte Endprodukt unbrauchbar werden. Beim Umgang mit automatisierten Produktionsanlagen und Werkzeugmaschinen ist Aufmerksamkeit erforderlich, um sich nicht zu verletzen. Schutzkleidung und Gehörschutz gehören in manchen Bereichen der Produktion unbedingt zur Ausstattung dazu.

Womit arbeitet man?

Fertigungsmechaniker/innen montieren Bauelemente der Hydraulik und Pneumatik, Funktionsbaugruppen (z.B. Kühlaggregate bei Kühl- und Gefrierschränken), elektronische Baugruppen (z.B. fertig bestückte Platinen) oder elektrische Versorgungs- und Verbindungselemente (z.B. Kabelbäume). Dabei arbeiten sie anhand von Plänen und Unterlagen, etwa Montage-, Verlege- oder Prüfunterlagen. Zu ihrer täglichen Arbeit gehören Montagewerkzeuge. Um die oft schweren Anlagen zu bewegen, setzen Fertigungsmechaniker/innen Hebezeuge ein, beispielsweise Seil- oder Kettenzüge. Zur Prüfung von Baugruppen verwenden sie Messgeräte und Messwerkzeuge. Oft gebrauchen sie Öl oder Schmierstoffe, aber auch Hilfsmittel wie Schrauben, Muttern oder Bolzen.

Und mit wem?

So unterschiedlich wie ihre Beschäftigungsbetriebe kann sich auch die Zusammenarbeit der Fertigungsmechaniker/innen darstellen. In der Großserienfertigung standardisierter Produkte sind sie weitgehend auf sich allein gestellt: Sie erhalten vom Meister oder Abteilungsleiter ihre Arbeitsaufträge, helfen bei Maschinenstörungen anderen Fachkräften aus dem Elektro- oder Metallbereich bei der Fehlersuche und der Reparatur, arbeiten ansonsten aber alleine. Bei komplexeren Arbeitsaufträgen, etwa der Montage einer Spezialmaschine, wirken sie hingegen im Team, sprechen mit anderen Fachkräften den Arbeitsablauf ab und teilen sich die Arbeiten gemäß den fachlichen Spezialisierungen auf. Sie unterweisen ferner Hilfskräfte und, sofern der Betrieb ausbildet, auch die Auszubildenden.

Zukunft: Was kommt später?

Nach abgeschlossener Berufsausbildung sind Fertigungsmechaniker und Fertigungsmechanikerinnen überwiegend in der Montage und Fertigung von industriellen Serienerzeugnissen tätig. Das können zum Beispiel Kraftfahrzeuge, Waschmaschinen, Geschirrspüler, Haushaltsgeräte oder Heimwerkergeräte sein. Dort spezialisieren sie sich in der Regel auf bestimmte Teilgebiete und Tätigkeiten. Während der Berufsausbildung wird Fertigungsmechanikern und -mechanikerinnen ein breites Grundwissen vermittelt, das ihnen ein großes Spektrum an Tätigkeiten, auch außerhalb der Metall- und Elektroindustrie, eröffnet. Sie arbeiten beispielsweise in der Geräteendmontage, Maschineneinrichtung oder in der Qualitätssicherung.

Mit entsprechender Berufspraxis bietet sich eine Reihe betrieblicher Aufstiegsmöglichkeiten. Fertigungsmechaniker/innen können zum Beispiel als Vorarbeiter/in, Schichtführer/in oder im Bereich der Arbeitsvorbereitung tätig werden.

Mit dem erfolgreichen Abschluss der Berufsausbildung ist die berufliche Bildung jedoch noch nicht beendet. Die Montage und Fertigung von industriellen Serienerzeugnissen unterliegt einem ständigen technischen Wandel. Um mit diesen Entwicklungen Schritt halten zu können, müssen Fertigungsmechaniker/innen bereit sein, sich kontinuierlich weiterzubilden. Dazu können sie geeignete Seminare und Kurse belegen. Mögliche Themen sind zum Beispiel Maschinenbau, Maschinenmechanik, NC-/CNC-/DNC-Technik, Hydraulik oder Pneumatik. Welches Wissen und welche Fähigkeiten erworben werden, hängt vor allem von den eigenen Interessen und Zielen sowie vom Arbeitsplatz ab. Die Notwendigkeit des Lernens wird sich jedoch durch das ganze Berufsleben ziehen.

Um sich beruflich weiterzuentwickeln, können Fertigungsmechaniker/innen beispielsweise nach einigen Jahren Berufspraxis die Prüfung zum Industriemeister/zur Industriemeisterin der Fachrichtung Metall ablegen. Auch eine Weiterbildung zum Techniker/zur Technikerin für Maschinentechnik ist möglich.

Zur Ausbildung

Fertigungsmechaniker/in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG).

Der Monoberuf wird ohne Spezialisierung nach Fachrichtungen oder Schwerpunkten in der Industrie ausgebildet.

Die Ausbildung erfolgt in der Regel im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule .

Eine schulische Ausbildung wird ebenfalls angeboten.

Die Ausbildung dauert 3 Jahre.

Grundsätzlich wird - wie bei allen anerkannten, nach dem Berufsbildungsgesetz geregelten Ausbildungsberufen - keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung rechtlich vorgeschrieben.

Die Betriebe stellen überwiegend angehende Fertigungsmechaniker/innen mit einem mittleren Bildungsabschluss ein. Knapp zwei Fünftel haben den Hauptschulabschluss .

 

Fertigungsmechaniker/innen werden in Industriebetrieben ausgebildet. Die Auszubildenden erhalten von den Unternehmen eine monatliche Ausbildungsvergütung.

Für die Auszubildenden ist die Ausbildung im Betrieb kostenfrei. Allerdings können für den Berufsschulunterricht - je nach Berufsschulstandort - anteilig Fahrtkosten und Kosten für auswärtige Unterbringung entstehen. Über Förderungsmöglichkeiten für Auszubildende und Lehrgangsteilnehmer/innen informiert die Agentur für Arbeit.

 

Auszubildende erhalten eine monatliche Ausbildungsvergütung, deren Höhe meist tarifvertraglich festgelegt wird.

Die durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung pro Monat in Euro betrug im Jahr 2005 für diesen Ausbildungsberuf in den einzelnen Ausbildungsjahren:

Bereich Industrie und Handel/ Alte Bundesländer:

1. Ausbildungsjahr: € 692

2. Ausbildungsjahr: € 732

3. Ausbildungsjahr: € 787

Neue Bundesländer:

1. Ausbildungsjahr: € 663

2. Ausbildungsjahr: € 710

3. Ausbildungsjahr: € 765

 

Quelle: Datenbank Ausbildungsvergütungen (DAV) des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB). Die Daten der DAV resultieren aus regelmäßigen Auswertungen und Analysen der tariflichen Ausbildungsvergütungen durch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB). Sie werden jedes Jahr veröffentlicht.

 

Text-Quelle: www. berufenet.de      

 

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