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Mechaniker/in für Land- und Baumaschinentechnik

Worum geht es?

Mechaniker/innen für Land- und Baumaschinentechnik warten und reparieren Fahrzeuge, Maschinen, Anlagen und Motorgeräte aller Art, die in der Land- und Bauwirtschaft zum Einsatz gelangen.

Wo arbeitet man, wo wird man eingesetzt?

Sie arbeiten vorwiegend bei Herstellern land- und forstwirtschaftlicher Maschinen und von Baumaschinen. Darüber hinaus sind sie im Großhandel tätig. Einsatzmöglichkeiten finden sich auch in Betrieben, die entsprechende Maschinen verleihen, z.B. in der Reparaturwerkstatt eines landwirtschaftlichen Maschinenrings oder eines Kranverleihs.

Sie arbeiten hauptsächlich in Werkhallen oder Werkstätten. Hier setzen sie Traktoren, Mähdrescher, Melkmaschinen oder Bagger und Planiermaschinen instand. Wartungsarbeiten führen sie auch direkt beim Kunden vor Ort oder auf Baustellen durch. Wenn sie Kunden beraten oder ihre Arbeit dokumentieren, begeben sie sich in die der Werkstatt angeschlossenen Büroräume. Im Bereich Außendienst bzw. Montage sind sie teilweise bundesweit oder im angrenzenden Ausland unterwegs.

Und wann?

Mechaniker/innen für Land- und Baumaschinentechnik arbeiten meistens werktags in Vollzeit. Während der Bausaison in den frostfreien Monaten bzw. wenn die Pflanz- oder Erntezeit in der Landwirtschaft bevorsteht, kann es zu erhöhtem Zeitdruck kommen. Im Rahmen von Bereitschaftsdiensten ist auch Sonn- und Feiertagsarbeit möglich, wenn z.B. die Melkanlage ausgefallen ist oder die Deichsel eines Anhängers gebrochen ist. Bei Beschäftigung in Produktionsbetrieben wird zum Teil auch im Schichtdienst gearbeitet. Im Außendienst oder bei Montageeinsätzen sind sie häufig unterwegs, teilweise bundesweit oder im angrenzenden Ausland.

Wie wird hier gearbeitet, was macht man alles?

Mechaniker/innen für Land- und Baumaschinentechnik arbeiten vor allem bei Herstellern von land- und forstwirtschaftlichen Maschinen sowie von Baumaschinen. Dort sind sie in Werkstätten zu finden, in denen sie entsprechende Maschinen und Geräte warten, prüfen und instand setzen. Nicht nur in Werkstätten sind sie tätig: Zu Wartungsarbeiten und Reparaturen, aber auch zur Beratung begeben sie sich oft direkt zum Kunden. Teilweise arbeiten sie unter freiem Himmel und sind Regen, Kälte und sommerlicher Hitze ausgesetzt, wenn sie z.B. gebrochene Deichseln zusammenschweißen oder die Hydraulik der Erntemaschine wieder in Gang setzen.

Körperlicher Einsatz ist nötig, um Bauteile zum Montageort zu tragen oder Reifen zu demontieren. Doch Kraft ist nicht alles: Mit handwerklichem und technischem Geschick bedienen sie Trennschleifer, Schweißgeräte oder spezielle Hebebühnen. Ihre Aufgaben führen sie nach Unterlagen und Anweisungen durch. Hierzu lesen sie technische Zeichnungen und Montagepläne. Sorgfältig und konzentriert prüfen sie die einzelnen Bauteile auf Verschleiß oder warten hydraulische und elektrische Anlagen. Computergestützte Hilfsvorrichtungen wie Hebebühnen und Bremsprüfstände sowie Hightechsysteme in Landmaschinen sind ihnen nicht fremd.

Wenn sie z.B. Trennschleifer oder andere Werkzeugmaschinen verwenden, geht es nicht leise zu, auch der Kontakt mit Schmierstoffen und Öl lässt sich kaum vermeiden. Maschinen und Fahrzeuge reparieren sie oft im Stehen, teilweise liegen sie auch unter den Fahrzeugen oder arbeiten an Hebebühnen über Kopf. Bei der Arbeit auf Leitern oder Montagebühnen kann auch eine Absturzsicherung erforderlich sein. Bei Reparaturen an laufenden Motoren besteht erhöhte Unfallgefahr. Zur persönlichen Sicherheit tragen sie Schutzkleidung, beim Schweißen z.B. Handschuhe und Schweißbrille. Sicherheitsschuhe mit eingearbeiteten Stahlsohlen sorgen dafür, dass sich zum Beispiel keine auf dem Boden liegenden Metallspäne durch die Schuhe bohren.

Gerade während der Erntezeit kann die Zeit drängen, wenn z.B. defekte Mähdrescher schnell zu reparieren sind. Aber auch während der übrigen frostfreien Monate können immer wieder Überstunden anfallen, wenn beispielsweise große Baumaschinen mit teurer Betriebszeit ausfallen. Defekte kosten Geld, deshalb gehört - je nach Arbeitgeber - der Bereitschaftsdienst dazu, um auf Ausfälle am Wochenende oder nachts reagieren zu können. Bei Montageeinsätzen sind sie teilweise längere Zeit von zu Hause weg, vor allem, wenn diese bundesweit oder im angrenzenden Ausland stattfinden. Beratungstermine beim Kunden können schon mal am Wochenende oder am Feierabend stattfinden.

Bei Wartungsarbeiten sind sie oft auf sich alleine gestellt. Sie arbeiten aber auch zusammen mit anderen Kollegen im Team. Gerade bei größeren Betrieben stehen Arbeitsbesprechungen, beispielsweise, wer welche Aufgaben erledigt, auf der Tagesordnung. Neben Kollegen und Mitarbeitern aus anderen Bereichen haben sie Kontakt zu Lieferanten. Mit diesen verständigen sie sich teilweise per E-Mail, z.B. wenn es um die Bestellung von Ersatzteilen geht. Im Servicebereich beraten und betreuen sie fachkundig und zuvorkommend Kunden. Sie nehmen Aufträge entgegen und überschlagen vorab den benötigten Zeit- und Materialaufwand oder führen sie in die neuen Maschinen und Geräte ein.

Womit arbeitet man?

Mechaniker/innen für Land- und Baumaschinentechnik warten alle Geräte, Maschinen, Anlagen und Fahrzeuge der Land- und Forstwirtschaft sowie der Bauwirtschaft. Dazu zählen Traktoren, Erntemaschinen oder Ladewagen, Bagger, Planierraupen und Pumpen. Technische Unterlagen der Hersteller, z.B. Schaltpläne und Funktionspläne, dienen ihnen als Arbeitsgrundlage. Zur Bearbeitung von Werkstücken und Bauteilen setzen sie unter anderem Bohrer, Trennschleifer, Metallsägen und Schweißgeräte ein. Beim Schweißen und Löten tragen sie eine entsprechende Schutzausrüstung. Mit Schraubenschlüsseln, -drehern und Zangen montieren und demontieren sie Keilriemen, Ketten, die hydraulische oder elektrische Anlage. Sie bedienen mechanische und computergestützte Hilfsvorrichtungen wie Hebebühnen und Bremsprüfstände. Bei Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten schmieren sie bewegliche Teile ab, tauschen Motoren- oder Getriebeöle aus und installieren Mess- und Regeleinrichtungen und Armaturen. Zur Funktionskontrolle setzen sie Spannungsmess- und Diagnosegeräte für elektronische Systeme ein. Teilweise haben sie mit Hightechsystemen zu tun, z.B. mit elektronisch gesteuerten Erntemaschinen, bei denen die Fehleranalyse mit Laptop und Software vor sich geht. Sie können mit modernen Informations- und Kommunikationssystemen umgehen, dokumentieren ihre Arbeit am Computer und bestellen Ersatzteile per E-Mail oder Telefax. Über das Internet recherchieren sie Zulieferer bestimmter Bauteile und informieren sich über Neuerungen in der Landtechnik.

Und mit wem?

Mechaniker/innen für Land- und Baumaschinentechnik arbeiten selbstständig und auch im Team mit anderen Fachkräften. Bei Wartungsarbeiten sind sie oft auf sich allein gestellt. Kontakt haben sie unter anderem zu Vertretern von Herstellerfirmen, zu Mitarbeitern in der Reparaturannahme, im Ersatzteillager oder der Rechnungsprüfung. Ihre Arbeitsanweisungen erhalten sie in aller Regel von Meistern und Meisterinnen oder von der Werkstatt-/Betriebsleitung. Sie stimmen ihre Arbeit mit anderen Betriebsbereichen ab (Lager, Auftragsannahme). Speziell in Werkstätten und Serviceeinrichtungen haben sie direkten Kundenkontakt.

Zukunft: Was kommt später?

Beschäftigung finden Mechaniker und Mechanikerinnen für Land- und Baumaschinentechnik in Reparaturwerkstätten oder bei Herstellerbetrieben für land-, forst- und baumaschinentechnische Fahrzeuge, Anlagen und Geräte. Dort können sie sich in der Regel auf bestimmte Tätigkeiten, Maschinenanlagen oder Geräte spezialisieren, als Mechaniker/in für Zugmaschinen, Erdbewegungsmaschinen, Selbstfahrer oder Dieselmotoren. Sie sind z.B. auch als Hydraulik- und Bremsenmechaniker/in, Erntemaschinenmechaniker/in oder Melk- und Kühlanlagenmechaniker/in tätig.

Mit dem erfolgreichen Abschluss der Berufsausbildung ist die berufliche Bildung nicht beendet. Die Fahrzeugtechnik unterliegt ständigen Veränderungen. So sind beispielsweise elektronische Steuerungs- und Messeinrichtungen sowie mechatronische Systeme aus Baumaschinen, -geräten, land- und forstwirtschaftlichen Fahrzeugen, Erntemaschinen, Melk- oder Fütterungsanlagen nicht mehr wegzudenken. Ihre Einsatzmöglichkeiten werden ständig erweitert und ihre Funktionen verbessert. Dies erfordert ein ständiges Aktualisieren des fachlichen Wissens. Deshalb sollten die Mechaniker/innen geeignete Seminare und Kurse belegen. Mögliche Themen sind Kfz-Wartung, -Pflege und -Reparatur, Kraftfahrzeugbau und -mechanik, Blechver- und -bearbeitung oder Schweißtechnik.

Darüber hinaus können die Mechaniker/innen eine Fortbildung absolvieren, z.B. als Landmaschinenmechanikermeister/in, Kraftfahrzeugtechniker/in oder Karosserie- und Fahrzeugbautechniker/in.

Zur Ausbildung

Mechaniker/in für Land- und Baumaschinentechnik ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) und der Handwerksordnung (HwO).

Der Monoberuf wird ohne Differenzierung nach Fachrichtungen oder Schwerpunkten in Handwerk und Industrie ausgebildet.

Die Ausbildung dauert 3 1/2 Jahre.

 

Zugang:

Grundsätzlich ist - wie bei allen anerkannten, nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung geregelten Ausbildungsberufen - keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung rechtlich vorgeschrieben.

Die Betriebe stellen vor allem Ausbildungsanfänger/innen mit Hauptschulabschluss ein, gefolgt von Auszubildenden mit einem mittleren Bildungsabschluss .

Eine Starthilfe zum Ausbildungszugang bietet Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz das Sonderprogramm zur Einstiegsqualifizierung (EQJ). Informationen zur Einstiegsqualifizierung "Metall - Bauteileherstellung" finden Sie unter:

Einstiegsqualifizierung

 

Vergütung:

Auszubildende erhalten eine monatliche Ausbildungsvergütung, deren Höhe meist tarifvertraglich festgelegt wird.

Die durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung pro Monat in Euro betrug im Jahr 2005 für diesen Ausbildungsberuf in den einzelnen Ausbildungsjahren:

Bereich Handwerk/ Alte Bundesländer:

1. Ausbildungsjahr: € 382

2. Ausbildungsjahr: € 431

3. Ausbildungsjahr: € 518

4. Ausbildungsjahr: € 568

 

Quelle: Datenbank Ausbildungsvergütungen (DAV) des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB). Die Daten der DAV resultieren aus regelmäßigen Auswertungen und Analysen der tariflichen Ausbildungsvergütungen durch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB). Sie werden jedes Jahr veröffentlicht.

Die Berufsausbildung im Ausbildungsberuf Mechaniker/in für Land- und Baumaschinentechnik erfolgt in den Ausbildungsbereichen Handwerk oder Industrie und Handel. Die Auszubildenden erhalten eine monatliche Vergütung, die auch tarifvertraglich geregelt sein kann.

Ausbildung und Ausbildungsmittel sind für die Auszubildenden kostenfrei. Kosten bzw. Kostenbeiträge können jedoch bei Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte und für Lernmittel entstehen.

Nach § 59 des Sozialgesetzbuches wird die Berufsausbildung unter bestimmten Voraussetzungen mit Berufsausbildungsbeihilfe gefördert: Informationen der Bundesagentur für Arbeit zur Berufsausbildungsbeihilfe

 

Text-Quelle: www.berufenet.de  

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