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Metallbauer/in für Nutzfahrzeugbau

Worum geht es?

Metallbauer/innen der Fachrichtung Nutzfahrzeugbau stellen Fahrzeugbaukonstruktionen für Nutz- und Sonderfahrzeuge her, montieren sie und halten sie instand. Sie bauen auch steuerungstechnische Systeme und Bauteile ein und warten sie.

Wo arbeitet man, wo wird man eingesetzt?

Metallbauer/innen der Fachrichtung Nutzfahrzeugbau arbeiten vorwiegend in Betrieben, die sich auf die Herstellung und Reparatur von Nutz- und Sonderfahrzeugen spezialisiert haben. Auch in der Herstellung und Reparatur von land- und forstwirtschaftlichen Maschinen sind sie tätig. Möglich ist auch eine Beschäftigung im Handel für Nutzfahrzeuge und -zubehör. Manche arbeiten in Reparaturwerkstätten eines Geräteverleihs, z.B. eines landwirtschaftlichen Maschinenrings.

Meist arbeiten sie in Werkhallen oder Werkstätten. Wenn sie Kunden beraten oder ihre Arbeit dokumentieren, begeben sie sich auch in die der Werkstatt angeschlossenen Büroräume. Im Bereich Montage können sie bundesweit unterwegs sein.

Und wann?

Die Arbeitszeiten der Metallbauer/innen der Fachrichtung Nutzfahrzeugbau hängen vom Betrieb ab, in dem sie beschäftigt sind. Vor allem in der Industrie ist im Produktionsbereich bei entsprechender Auftragslage Schichtdienst möglich. In Werkstätten mit Bereitschaftsdienst oder im Abschleppdienst sind die Fachkräfte auch nachts und am Wochenende tätig. Mit unregelmäßigen Arbeitzeiten ist auch bei Montageeinsätzen zu rechnen. Bei Terminarbeiten kann es mitunter zu erhöhtem Zeitdruck und Überstunden kommen.

Wie wird hier gearbeitet, was macht man alles?

Metallbauer/innen der Fachrichtung Nutzfahrzeugbau sind meistens in Werkstätten oder Werkhallen von Fahrzeug- und Nutzfahrzeugherstellern zu finden. Künstliche Beleuchtung, Zugluft, Lärm, Geruchsbelästigungen - diesen Rahmenbedingungen sind sie ausgesetzt. Und wenn sie z.B. Trennschleifer oder andere Werkzeugmaschinen verwenden, geht es nicht gerade leise zu. Beim Lackieren oder Reinigen von Karosserien werden Lacke oder Reinigungsmittel eingesetzt. Oft befindet sich die Lackierabteilung in unmittelbarer Nähe zum eigenen Arbeitsplatz. Der Kontakt mit Schmierstoffen und Öl lässt sich nicht vermeiden. Zur Sicherheit tragen sie Handschuhe oder, z.B. beim Schweißen, eine Schutzbrille. Sicherheitsschuhe mit eingearbeiteten Stahlsohlen sorgen dafür, dass sich beispielsweise keine auf dem Boden liegenden Metallspäne durch die Schuhe bohren.

Da die Bauteile von allen Seiten behandelt werden müssen, arbeiten Metallbauer/innen im Stehen, in Gruben, gebückt und teilweise auch über Kopf. Beim Einsatz von Leitern oder Montagebühnen wie bei der Anfertigung eines Lkw-Aufbaues besteht zudem erhöhte Unfallgefahr. Zur eigenen Sicherheit halten sich die Fachkräfte an die Vorschriften zu Gesundheits- und Arbeitsschutz.

Ihre Aufgaben führen sie nach Unterlagen und Anweisungen durch. Sie lesen technische Zeichnungen und Montagepläne. Mit handwerklichem und technischem Geschick bedienen sie Ausbeulmaschinen, Schweißgeräte oder spezielle Hebebühnen. Selten sind sie bei der Arbeit ganz alleine, meistens arbeiten sie im Team mit anderen Kollegen. Besprechungen, beispielsweise zur Verteilung der Arbeitsaufgaben, stehen auf der Tagesordnung. Neben Kollegen und Mitarbeitern aus anderen Bereichen haben die Fachkräfte Kontakt zu Lieferanten und vor allem Kunden. Diese beraten und betreuen sie fachkundig und zuvorkommend. Sie nehmen Aufträge auf und überschlagen vorab den benötigten Zeit- und Materialaufwand.

Wenn Fertigstellungstermine eingehalten werden müssen, fallen schon mal Überstunden an. In der Industrie ist Schichtarbeit an der Tagesordnung. Defekte kosten Geld, deshalb gehört - je nach Arbeitgeber - der Bereitschaftsdienst dazu, um auf Ausfälle am Wochenende oder nachts reagieren zu können. Da manche Unternehmen bundesweit tätig sind, können Metallbauer/innen der Fachrichtung Nutzfahrzeugbau bei Montageeinsätzen nicht unbedingt mit geregelten Arbeitszeiten oder freien Samstagen rechnen.

Womit arbeitet man?

Metallbauer/innen der Fachrichtung Nutzfahrzeugbau fertigen, montieren und reparieren Bauteile wie Brems- und Lenkanlagen, Fahrzeugrahmen, Aufbauten, Innenausstattungen oder Hub- und Ladeeinrichtungen für Nutzfahrzeuge, z.B. für Viehtransporter, Abschleppwagen oder Feuerwehrfahrzeuge.

Mit z.T. computergesteuerten Werkzeugmaschinen, Biege- und Richtmaschinen, Schweißgeräten, aber auch verschiedenen Handwerkzeugen be- und verarbeiten sie Bleche und Profile aus Stahl sowie anderen Metallen und Kunststoffen. Für den Einbau von Bremsen, Hydraulik- und Pneumatiksystemen, Steuerungseinrichtungen oder Kühlaggregaten verwenden sie vorgefertigte Bauteile. Sie arbeiten nach technischen Zeichnungen, Schweiß- und Montageplänen sowie nach Wartungsanleitungen. Für die Fehlersuche und für Einstellarbeiten stehen ihnen spezielle Mess- und Prüfgeräte wie Hydraulikmessgeräte oder Diagnose- und Bremsenprüfstände zur Verfügung. Bei regelmäßigen Wartungsarbeiten tauschen sie Betriebsstoffe aus und ersetzen Verschleißteile.

Sie können auch mit modernen Informations- und Kommunikationssystemen umgehen, dokumentieren ihre Arbeit am Computer und bestellen Ersatzteile per E-Mail oder Telefax. Über das Internet können sie Zulieferer bestimmter Bauteile recherchieren oder sich über Neuerungen in der Fahrzeugtechnik informieren.

Und mit wem?

In der Werkstatt bzw. Werkhalle eines Fahrzeug- und Nutzfahrzeugherstellers arbeiten Metallbauer/innen der Fachrichtung Nutzfahrzeugbau teilweise selbstständig, teilweise im Team mit anderen Fachkräften der Fahrzeugbautechnik. Ihre Anweisungen nehmen sie von Meistern oder von der Werkstatt-/Betriebsleitung entgegen. Sie stimmen ihre Arbeit mit anderen Betriebsbereichen ab (Lager, Auftragsannahme). Speziell in Werkstätten und Serviceeinrichtungen betreuen oder beraten sie Kunden. Das können z.B. Unternehmen sein, die ihre Nutzfahrzeuge mit speziellen Hub- und Ladeeinrichtungen wie etwa Kühlanlagen ausstatten lassen wollen.

Zukunft: Was kommt später?

Beschäftigung finden Metallbauer und Metallbauerinnen der Fachrichtung Nutzfahrzeugbau bei Fahrzeugherstellern, in Reparaturbetrieben, in kommunalen forst- und landwirtschaftlichen Betrieben oder in Firmen, in denen Fahrzeugrahmen, Fahrwerke und Aufbauten gefertigt oder repariert werden, z.B. in Schlossereien und Schweißereien.

Mit dem erfolgreichen Abschluss der Berufsausbildung ist die berufliche Bildung nicht beendet. Der zunehmende Einsatz elektronischer Steuerungstechnik oder neuartiger Werkstoffe erfordert ein ständiges Aktualisieren des fachlichen Wissens. Dazu können die Metallbauer/innen geeignete Seminare und Kurse belegen. Mögliche Themen sind Kfz-Wartung, -Pflege und -Reparatur, Kraftfahrzeugbau und -mechanik, Blechverarbeitung, -bearbeitung, Fahrzeugrestauration oder Schweißtechnik im Kfz-Bereich und Karosseriebau.

Darüber hinaus können Metallbauer/innen für Metallgestaltung eine Fortbildung absolvieren, z.B. als Metallbauermeister/in, Landmaschinenmechanikermeister/in, Kraftfahrzeugtechniker/in oder Karosserie- und Fahrzeugbautechniker/in.

Wenn sie über die erforderliche Hochschulreife verfügen, können sie auch ein Studium anstreben. Nahe liegend sind z.B. Studiengänge in den Bereichen Maschinenbau (Land- und Baumaschinen) oder Fahrzeugtechnik.

Außerdem besteht die Möglichkeit, sich z.B. mit einem Metallbauerbetrieb, einer Kraftfahrzeugschlosserei, Schweißerei oder einer entsprechenden Reparaturwerkstatt selbstständig zu machen. Hierfür ist in diesem zulassungspflichtigen Handwerk eine Eintragung in die Handwerksrolle erforderlich. Voraussetzung ist entweder eine erfolgreich absolvierte Meisterprüfung, ein entsprechender Abschluss einer Hochschule oder einer Fachschule für Technik, eine Ausübungsberechtigung oder eine Ausnahmebewilligung. Künftige Betriebsinhaber/innen oder deren angestellte Betriebsleiter/innen müssen eine der genannten Voraussetzungen erfüllen.

Zur Ausbildung

Metallbauer/in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach der Handwerksordnung (HwO).

Dieser Beruf wird im Handwerk in den folgenden Fachrichtungen ausgebildet:

  • Nutzfahrzeugbau

  • Konstruktionstechnik

  • Metallgestaltung

Die Ausbildung dauert 3 1/2 Jahre.

 

Zugang:

Grundsätzlich wird - wie bei allen anerkannten, nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung geregelten Ausbildungsberufen - keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung rechtlich vorgeschrieben.

Die Betriebe stellen im Ausbildungsberuf Metallbauer/in (alle Fachrichtungen) überwiegend Auszubildende mit Hauptschulabschluss ein. Ein Viertel der Auszubildenden besitzt einen mittleren Bildungsabschluss .

Eine Starthilfe zum Ausbildungszugang bieten Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz das Sonderprogramm zur Einstiegsqualifizierung (EQJ) bzw. die Qualifizierungsbausteine im Handwerk.

Informationen zur Einstiegsqualifizierung "Metall - Bauteileherstellung" finden Sie unter:

Einstiegsqualifizierung

Informationen zu den Qualifizierungsbausteinen für den Beruf Metallbauer/in der Fachrichtung Nutzfahrzeugbau finden Sie unter:

Qualifizierungsbausteine im Handwerk

 

Vergütung:

Metallbauer/innen der Fachrichtung Fahrzeugbau werden in Handwerksbetrieben ausgebildet. Die Auszubildenden erhalten von den Unternehmen eine monatliche Ausbildungsvergütung.

Für die Auszubildenden ist die Ausbildung im Betrieb kostenfrei. Allerdings können für den Berufsschulunterricht - je nach Berufsschulstandort - sowie für Lehrgänge in überbetrieblichen Berufsbildungsstätten anteilig Fahrtkosten und Kosten für auswärtige Unterbringung entstehen. Über Förderungsmöglichkeiten für Auszubildende und Lehrgangsteilnehmer/innen informiert die Agentur für Arbeit.

 

Auszubildende erhalten eine monatliche Ausbildungsvergütung, deren Höhe meist tarifvertraglich festgelegt wird.

Die durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung pro Monat in Euro betrug im Jahr 2005 für diesen Ausbildungsberuf in den einzelnen Ausbildungsjahren:

Bereich Handwerk/ Alte Bundesländer:

1. Ausbildungsjahr: € 453

2. Ausbildungsjahr: € 495

3. Ausbildungsjahr: € 559

4. Ausbildungsjahr: € 612

Neue Bundesländer:

1. Ausbildungsjahr: € 329

2. Ausbildungsjahr: € 376

3. Ausbildungsjahr: € 421

4. Ausbildungsjahr: € 466

 

Quelle:Datenbank Ausbildungsvergütungen (DAV) des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB)Die Daten der DAV resultieren aus regelmäßigen Auswertungen und Analysen der tariflichen Ausbildungsvergütungen durch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB). Sie werden jedes Jahr veröffentlicht.

 

Text-Quelle: www.berufenet.de

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