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Verfahrensmechaniker/innen für Kunststoff- und Kautschuktechnik stellen aus polymeren Werkstoffen Form-, Bau- oder Mehrschichtkautschukteile sowie Halbzeuge, Faserverbundwerkstoffe oder Kunststofffenster her. Hierfür bedienen bzw. steuern sie weitgehend automatisierte Maschinen und Anlagen. Sie arbeiten in Betrieben der Kunststoff und Kautschuk verarbeitenden Industrie und stellen dort z.B. Autoreifen, Plastikrohre, Kunststoffverpackungen oder PVC-Fenster her. Auch die chemische Industrie bietet Beschäftigungsmöglichkeiten: Dort können sie in der Produktion von Primärkunststoffen, den Rohstoffen der weiterverarbeitenden Industrie, tätig sein.
Den größten Teil ihrer Arbeitszeit verbringen sie in Werk- bzw. Produktionshallen. In Lagerräumen reinigen sie ausgebaute Formgebungswerkzeuge und lagern sie bis zu ihrem nächsten Einsatz sachgerecht. Die Qualität der Erzeugnisse, z.B. deren Maßhaltigkeit, prüfen sie im Messlabor. Da die Produktion vor allem in den größeren industriellen Betrieben durchgehend aufrechterhalten wird, ist häufig Schichtarbeit erforderlich. Je nach Betrieb kann auch Nacht- und Sonn- bzw. Feiertagsarbeit anfallen. Verfahrensmechaniker/innen für Kunststoff- und Kautschuktechnik arbeiten vor allem in der Kunststoff und Kautschuk verarbeitenden Industrie. Nach den Vorgaben von Vorgesetzten und den einschlägigen Maschinenhandbüchern richten sie eigenständig Maschinen ein und bedienen diese. Meistens werden sie alleine tätig, denn wegen des hohen Automatisierungsgrades genügt eine Fachkraft, um eine Anlage zu fahren. Den größten Teil der Arbeiten führen sie im Stehen und Gehen aus. Jedoch liegen nicht alle Teile einer Maschine in günstiger Position: Bei Wartungs-, Reparatur oder Einstellarbeiten müssen sie mitunter auch vornübergebeugt, über Kopf, mit ausgestreckten Armen oder in der Hocke arbeiten.
An den Maschinen ist stets besondere Umsicht nötig: Unter hohem Druck und teilweise hohen Temperaturen produzieren diese Kunststofferzeugnisse. Um sich nicht zu verletzen, tragen Verfahrensmechaniker/innen Schutzkleidung. Auch Gehörschutz ist oft erforderlich, denn Pneumatiksteuerungen oder das Fräsen, Bohren und Drehen von Halbzeugen verursachen erheblichen Lärm. Für Spritzguss-, Press-, Extrusionsverfahren, das Herstellen von Faserverbundwerkstoffen oder das Kalandrieren müssen Kunststoffe geschmolzen, zumindest aber durch Erhitzen formbar gemacht werden. In den Produktionshallen herrschen deshalb z.T. erhebliche Temperaturen. Trotz moderner Absauganlagen sind auch Kunststoffgerüche und -ausdünstungen nicht zu vermeiden. Für den Wechsel zwischen den warmen Produktionshallen und z.B. Lagerräumen oder Abkühlanlagen ist eine robuste Gesundheit erforderlich.
In vielen Kunststoffbetrieben wird im Mehrschichtbetrieb gearbeitet, denn die Produktionsanlagen müssen rund um die Uhr laufen. Die Umrüstung von einem Auftrag auf den nächsten muss in sehr kurzer Zeit bewerkstelligt werden. Bei Störungen kann es hektisch werden, denn Maschinenstillstände und der damit verbundene Produktionsausfall sind kostspielig. Verfahrensmechaniker/innen in der Kunststoff- und Kautschuktechnik stellen Kunststoffprodukte aller Art her, z.B. Rohre, Behälter, Spielzeug, Gummistiefel, Kunststofffenster und nicht zuletzt Faserverbundwerkstoffe, die zunehmend im Automobil-, Flugzeugbau oder in der Sportgeräteherstellung Verwendung finden. Hierfür verarbeiten sie Kautschuke und Kunststoffe in Form von Lösungen, Gemengen, Granulaten oder Pulver. Nach Rezept geben sie Farb- oder Füllstoffe und andere Hilfsstoffe dazu, etwa Weichmacher oder Stabilisatoren. Mithilfe von Maschinen wie Mühlen oder Kneter bereiten sie die Rohstoffe auf. Je nach Produkt oder Schwerpunkt, verarbeiten sie auch Halbzeuge, im Schwerpunkt Kunststofffenster z.B. Kunststoffprofile oder -leisten. In der Produktion von Kunststoffprodukten bedienen sie konventionelle und CNC-gesteuerte Verarbeitungsmaschinen, beispielsweise Extruderanlagen, Spritzgießmaschinen oder Kalander. Mitunter bearbeiten sie auch Werkstücke aus Metall. Arbeitsunterlagen sind beispielsweise Betriebsanleitungen, Handbücher, Stücklisten. Verfahrensmechaniker/innen für Kunststoff- und Kautschuktechnik arbeiten überwiegend alleine. Kompliziertere Aufgaben bewältigen sie auch im Team, zusammen mit weiteren Verfahrensmechanikern bzw. Verfahrensmechanikerinnen sowie anderen Fach- und Hilfskräften. Vorgesetzte wie Meister/innen oder Schichtleiter/innen erteilen ihnen Arbeitsanweisungen. Können sie Maschinenstörungen nicht selbst beheben, helfen ihnen Reparaturfachkräfte aus der betriebseigenen Schlosserei oder Kundendienstfachkräfte vom Herstellerbetrieb. Beschäftigung finden Verfahrensmechaniker/innen für Kunststoff- und Kautschuktechnik in Betrieben der kunststoffverarbeitenden Industrie, z.B. in Herstellerfirmen für Spielwaren, Autoreifen oder Kunststofffenster. Sie übernehmen beispielsweise Funktionen als Spritzgießer/in, Blasformer/in, Kalandrierer/in, Extruderführer/in oder Kunststoffauskleider/in.
Mit dem erfolgreichen Abschluss der Berufsausbildung ist die berufliche Bildung nicht beendet. Technik und Verfahrensweisen in der kunststoffverarbeitenden Industrie werden ständig verbessert und verändert. Um beruflich auf dem Laufenden zu blieben, muss man sein fachliches Wissen stets aktuell halten. Dazu können die Verfahrensmechaniker/innen geeignete Seminare und Kurse belegen. Mögliche Themen sind Faserverbundwerkstoffe, Kunststofffüge- und -verbindungstechniken, Kunststoffbeschichtung, Kunststoff-Extrudiertechnik, Kautschuk, Gummi (Herstellung, Verarbeitung, Technologie) oder Kunststofftechnik.
Darüber hinaus können Verfahrensmechaniker/innen für Kunststoff- und Kautschuktechnik eine Fortbildung absolvieren, z.B. zum Industriemeister/zur Industriemeisterin für Kunststoff und Kautschuk, zum Kunststofftechniker/zur Kunststofftechnikerin oder zum Maschinentechniker/zur Maschinentechnikerin für Kunststoff-/Kautschuktechnik. Für Personen mit einer Hochschulzugangsberechtigung ist ebenso ein Studium, z.B. im Bereich Kunststofftechnik, denkbar. Verfahrensmechaniker/in für Kunststoff- und Kautschuktechnik ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG).
Dieser Beruf wird in Betrieben der Kunststofferzeugung bzw. der Kunststoffbe- und -verarbeitung in den folgenden Schwerpunkten ausgebildet: Die Ausbildung dauert 3 Jahre.
Zugang:
Grundsätzlich wird - wie bei allen anerkannten, nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung geregelten Ausbildungsberufen - keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung rechtlich vorgeschrieben.
Die Betriebe stellen überwiegend angehende Verfahrensmechaniker/innen für Kunststoff- und Kautschuktechnik mit einem mittleren Bildungsabschluss ein. Ein knappes Drittel der Ausbildungsanfänger/innen hat den Hauptschulabschluss .
Eine Starthilfe zum Ausbildungszugang bietet Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz das Sonderprogramm zur Einstiegsqualifizierung (EQJ). Informationen zur Einstiegsqualifizierung "Kunststoff - Herstellen von Formteilen oder Halbzeugen" finden Sie unter:
Einstiegsqualifizierung
Vergütung:
Auszubildende erhalten eine monatliche Ausbildungsvergütung, deren Höhe meist tarifvertraglich festgelegt wird.
Die durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung pro Monat in Euro betrug im Jahr 2005 für diesen Ausbildungsberuf in den einzelnen Ausbildungsjahren:
Bereich Industrie und Handel/ Alte Bundesländer:
1. Ausbildungsjahr: € 614
2. Ausbildungsjahr: € 658
3. Ausbildungsjahr: € 724
Neue Bundesländer:
1. Ausbildungsjahr: € 491
2. Ausbildungsjahr: € 533
3. Ausbildungsjahr: € 581
Quelle: Datenbank Ausbildungsvergütungen (DAV) des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB). Die Daten der DAV resultieren aus regelmäßigen Auswertungen und Analysen der tariflichen Ausbildungsvergütungen durch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB). Sie werden jedes Jahr veröffentlicht.
Text-Quelle: www.berufenet.de
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