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Zerspanungsmechaniker/in

Worum geht es?

Zerspanungsmechaniker/innen fertigen Präzisionsbauteile aus Metall durch spanende Verfahren wie Drehen, Fräsen oder Schleifen. Dabei arbeiten sie in der Regel mit CNC-gesteuerten Werkzeugmaschinen. Diese richten sie ein und überwachen den Fertigungsprozess.

Wo arbeitet man, wo wird man eingesetzt?

Zerspanungsmechaniker/innen können in allen Metall verarbeitenden Betrieben tätig sein, in denen durch spanende Verfahren Bauteile gefertigt werden. Arbeitgeber sind z.B. der Maschinenbau, der Stahl- und Leichtmetallbau, Gießereien oder der Fahrzeugbau.

Sie bedienen überwiegend Dreh-, Schleif- und Fräsmaschinen, die in den Werkhallen der Betriebe untergebracht sind. In Werkstätten fertigen sie Kleinstbauteile oder überprüfen die Qualität der erzeugten Produkte. Wenn sie für computergesteuerte Maschinen Programme schreiben, steht ihnen dafür auch ein Arbeitsplatz abseits des Produktionslärms zur Verfügung.

Und wann?

Zerspanungsmechaniker/innen arbeiten teilweise montags bis freitags tagsüber, teilweise im Zwei- bis Dreischichtbetrieb mit wechselnden Schichten. Somit wird manchmal Nachtarbeit verlangt und in wenigen Fällen auch die Bereitschaft zu Wochenenddienst.

Wie wird hier gearbeitet, was macht man alles?

Zerspanungsmechaniker/innen finden insbesondere in der Metall verarbeitenden Industrie und verwandten Branchen Beschäftigungsmöglichkeiten. Dort arbeiten sie meist alleine, bedienen nach Unterlagen und Anweisungen eigenständig Dreh-, Fräs- und Schleifmaschinen.

Auch wenn die Werkstücke schon einmal mehrere Tonnen wiegen können: Die physische Belastung der Zerspanungsmechaniker/innen ist eher gering. Meist arbeiten sie im Stehen, nur zeitweise, z.B. bei der Einrichtung von Maschinen oder deren Wartung, in der Hocke oder über Kopf. Unangenehmer kann da schon der Lärm der Maschinen sein. Außerdem ist es in der spanenden Metallbearbeitung unumgänglich, dass feiner Metallstaub sowie zeitweise Funkenflug entstehen und die Fachkräfte mit Schmiermitteln in Berührung kommen. Doch davor können sie sich mit Schutzmasken, -brillen und -handschuhen gut schützen.

Zerspanungsmechaniker/innen arbeiten äußerst präzise. Mit einer Genauigkeit von wenigen hundertstel Millimetern fertigen sie Zahnräder, Gewinde und andere Präzisionsteile. Häufiges Nachmessen von Werkstücken und Kontrollieren des Produktionsablaufs gehören daher zu ihrem Alltag. Mögliche Abweichungen von den Vorgaben müssen frühzeitig erkannt werden - sind erst einmal einige tausend Stücke fehlerhaft produziert, kann der Fehler teuer werden.

Nicht nur präzise müssen sie arbeiten, sondern auch stets umsichtig vorgehen. Schnell rotierende Werkzeuge bzw. -stücke bergen bei unsachgemäßem Umgang Verletzungsgefahren. Ihre Aufmerksamkeit darf daher nie leiden - auch nicht, wenn sie während der Nachtschicht an der Maschine stehen.

Womit arbeitet man?

Zerspanungsmechaniker/innen stellen hauptsächlich aus Metall, teilweise auch aus Kunststoff, Werkstücke wie z.B. Motoren- und Gewindeteile, Zylinder, Radnaben oder Präzisionsteile für medizintechnische Geräte her. Die zu bearbeitenden Werkstoffe stehen in Form von Halbzeugen bereit, zum Beispiel als Stangen, Stahlplatten und -blöcke oder Profile. Sie arbeiten mit Maschinen, die von Hand einzustellen sind (konventionelle Fräs-, Dreh-, Bohr- und Schleifmaschinen), und an computergesteuerten Maschinen (CNC-Maschinen). Vor allem in der Serienfertigung haben sie häufig auch mit automatisierten Fertigungssystemen zu tun, die Bohr-, Fräs- und Dreharbeiten in einem einzigen Arbeitsgang ausführen. Zerspanungsmechaniker/innen programmieren Bearbeitungsabläufe mit speziellen CNC-Programmen oder lesen Maschinenprogramme in den Arbeitsspeicher der Maschine ein. Die Qualität der gefertigten Produkte prüfen sie mit Messschiebern und -schrauben, die mit einer Genauigkeit zwischen einem zehntel bzw. einem hundertstel Millimeter messen. Mit Lehren und Rautiefenmessgeräten werden die Passgenauigkeit einer Bohrung bzw. die Qualität einer Oberfläche geprüft. Arbeitsaufgaben planen und überprüfen sie anhand von Unterlagen wie technischen Zeichnungen, Stücklisten, Wartungsplänen oder Normenhandbüchern.

Auch am PC arbeiten sie, etwa um Arbeitspläne oder technische Unterlagen zu erstellen oder Berechnungen durchzuführen. Andere moderne Informations- und Kommunikationstechniken wie beispielsweise E-Mail und Internet gehören meist ebenfalls zum betrieblichen Alltag.

Und mit wem?

Bei Bearbeitungsgängen an der Maschine arbeiten Zerspanungsmechaniker/innen in der Regel allein. Dennoch ist auch Teamarbeit in diesem Beruf wichtig. So arbeiten Zerspanungsmechaniker und -mechanikerinnen im Team, wenn größere Umrüstarbeiten an Maschinen vorzunehmen sind oder wenn die Erledigung eines Auftrags geplant werden muss. Sie arbeiten dabei mit anderen Fachkräften der Metallbe- und -verarbeitung oder angelernten Maschinenbedienungskräften zusammen. Abstimmung ist immer wieder auch mit Kollegen und Kolleginnen aus vor- und nachgelagerten Bereichen erforderlich, damit Qualitätsstandards eingehalten und Prozessabläufe, Fertigungsqualität und Arbeitssicherheit verbessert werden können. Dabei können sie auch mit Technikern und Technikerinnen sowie mit Ingenieuren und Ingenieurinnen zusammenarbeiten.

Im Servicebereich haben sie Kontakt zu Kunden und zu Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des Auftraggebers.

Zukunft: Was kommt später?

Zerspanungsmechaniker/innen werden vor allem in der Metall verarbeitenden Industrie im Bereich Fertigung und in der Qualitätssicherung eingesetzt. Sie sind mit der Einrichtung und Umrüstung von Werkzeugmaschinen und Fertigungssystemen betraut, überwachen die Qualität der Werkstücke, stellen fertigungstechnische Berechnungen an und optimieren bestehende Prozessschritte. Typische Einsatzgebiete finden sie im Maschinen- und Fahrzeugbau, aber auch in der Luft- und Raumfahrt- und der Medizintechnik. Darüber hinaus bieten aber auch größere Fertigungsbetriebe aus dem Bereich der Elektrotechnischen Industrie verantwortungsvolle Aufgaben- und Tätigkeitsbereiche für Zerspanungsmechaniker/innen.

Mit dem erfolgreichen Abschluss der Berufsausbildung ist die berufliche Bildung für Zerspanungsmechaniker/innen nicht beendet. Um mit Entwicklungen im Bereich computergesteuerte Maschinen, neue Werkstoffe, Arbeitsplanung oder betriebliches Qualitätsmanagement Schritt halten zu können, ist Weiterbildung wichtig. Durch Seminare zu Themen wie spanende Metallverformung, NC-, CNC-, DNC-Technik, Automatisierungstechnik, Metallbe- und -verarbeitung, Instandhaltung, Instandsetzung, Wartung oder Qualitätstechnik, -sicherung, -prüfung, -kontrolle können sich die Fachkräfte beruflich auf dem Laufenden halten.

Weiterbildung kann auch der Schlüssel zum Aufstieg in leitende Funktionen sein. Nach entsprechender Berufspraxis können Zerspanungsmechaniker/innen z.B. eine Fortbildung als Industriemeister/in der Fachrichtung Metall, als Maschinentechniker/in oder Technische/r Fachwirt/in absolvieren.

Für Personen mit einer Hochschulzugangsberechtigung ist ebenso ein Maschinenbaustudium denkbar.

Zur Ausbildung

Zerspanungsmechaniker/in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG).

Der Monoberuf wird ohne Spezialisierung nach Fachrichtungen oder Schwerpunkten in der Industrie ausgebildet, verfügt jedoch über Differenzierungsmöglichkeiten durch betriebliche Einsatzgebiete.

Die Ausbildung dauert 3 1/2 Jahre.

 

Zugang:

In der Regel wird für den Zugang zur Tätigkeit eine abgeschlossene Berufsausbildung als Zerspanungsmechaniker/in im jeweiligen Einsatzgebiet (Ausbildung mit Einsatzgebieten ab 2004) oder im Vorläuferberuf der entsprechenden Fachrichtung gefordert.

Ausgebildete Zerspanungsmechaniker/innen werden dem Arbeitsmarkt allerdings erst 2008 zur Verfügung stehen.

 

Grundsätzlich wird - wie bei allen anerkannten, nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung geregelten Ausbildungsberufen - keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung rechtlich vorgeschrieben.

Im Ausbildungsbereich Industrie und Handel stellen die Betriebe überwiegend angehende Zerspanungsmechaniker/innen mit einem mittleren Bildungsabschluss ein. Knapp ein Drittel der Ausbildungsanfänger/innen besitzt den Hauptschulabschluss .

Im Bereich Handwerk stellen die Betriebe zu mehr als der Hälfte Auszubildende mit Hauptschulabschluss ein. Etwas mehr als ein Drittel besitzt einen mittleren Bildungsabschluss.

Eine Starthilfe zum Ausbildungszugang bietet Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz das Sonderprogramm zur Einstiegsqualifizierung (EQJ). Informationen zur Einstiegsqualifizierung "Metall - Bauteileherstellung" finden Sie unter:

Einstiegsqualifizierung

 

Vergütung:

Die Berufsausbildung im Ausbildungsberuf Zerspanungsmechaniker/in erfolgt im Ausbildungsbereich Industrie und Handel. Die Auszubildenden erhalten eine monatliche Vergütung, die auch tarifvertraglich geregelt sein kann.

Ausbildung und Ausbildungsmittel sind für die Auszubildenden kostenfrei. Kosten bzw. Kostenbeiträge können jedoch bei Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte und für Lernmittel entstehen.

Nach § 59 Sozialgesetzbuch III wird die Berufsausbildung unter bestimmten Voraussetzungen mit Berufsausbildungsbeihilfe gefördert: Informationen der Bundesagentur für Arbeit zur Berufsausbildungsbeihilfe

Auszubildende erhalten eine monatliche Ausbildungsvergütung, deren Höhe meist tarifvertraglich festgelegt wird.

Die durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung pro Monat in Euro betrug im Jahr 2005 für diesen Ausbildungsberuf in den einzelnen Ausbildungsjahren:

 

Bereich Industrie und Handel/ Alte Bundesländer:

1. Ausbildungsjahr: € 692

2. Ausbildungsjahr: € 732

3. Ausbildungsjahr: € 787

4. Ausbildungsjahr: € 837

 

Neue Bundesländer:

1. Ausbildungsjahr: € 663

2. Ausbildungsjahr: € 710

3. Ausbildungsjahr: € 765

4. Ausbildungsjahr: € 804

 

Quelle: Datenbank Ausbildungsvergütungen (DAV) des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB). Die Daten der DAV resultieren aus regelmäßigen Auswertungen und Analysen der tariflichen Ausbildungsvergütungen durch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB). Sie werden jedes Jahr veröffentlicht.

 

Text-Quelle: www.berufenet.de

 

 

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